Aufruf und Einladungstext zur Veranstaltungsreihe "Hinter dem Tellerrand - kritische Perspektiven auf die globale Agrarindustrie

Aufruf und Einladungstext zur Veranstaltungsreihe „Hinter dem Tellerrand – kritische Perspektiven auf die globale Agrarindustrie

Die ungeklärte Frage der Ernährungssicherheit für einen großen Teil der Weltbevölkerung, die neokoloniale Landnahme durch Agrarkonzerne im globalen Süden und der Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen sind Folgen der sozialen und ökologischen Verwerfungen der industrialisierten Landwirtschaft.

Verantwortung für die Entwicklung trägt nicht zuletzt die auf Export und Intensivierung der Produktion getrimmte deutsche Fleischindustrie und Tierproduktion. Der immense Futtermittelverbauch sorgt nicht nur für die Verschärfung weltweiter Abhängigkeitsverhältnisse zu Lasten des globalen Südens sondern heizt auch dem Klima durch die C02 freisetzende Futtermittelproduktion und die Emissionen der Tierhaltung im wahrsten Sinne des Wortes ein. Während die Marketingkampagnen der Lobbyverbände glückliche Kühe, Schweine oder Hühner auf der Grünen Wiese vorgaukeln, sind Tiere heute kaum mehr als ein lebendiges Anhängsel der Verwertungsmaschinerie.

Die Diskussion über Bedingungen der Produktion unserer Lebensmittel hat in den vergangenen Jahren durchaus Auftrieb erfahren. Lösungsansätze beschränken sich jedoch meist auf Fragen gesetzlicher Vorgaben oder moralische Appelle zur Veränderung des individuellen Konsums.

In der Veranstaltungsreihe „Hinter dem Tellerrand“ wollen wir uns stattdessen den Fragen nach den politisch-ökonomischen Ursachen sowie der Verantwortung deutscher Agrarkonzerne für die gegenwärtigen Entwicklungen zuwenden. Nicht zuletzt sollen in den fünf Veranstaltungen kritische Stimmen und Perspektiven von Bewegungen zu Wort kommen, die sich für eine alternative, soziale und klimagerechte Landwirtschaft aussprechen.

 

Die Veranstaltungen im Überblick:

Di. 14.03. – 19 Uhr
„Agrarindustrie und globale Landwirtschaft – Einführungsvortrag zur Veranstaltungsreihe“
 Vortrag von Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung (Seminarraum, Gängeviertel)

Di 28.03. -19 Uhr
„Fleischvermarktung – Die Werbestrategien der Tierindustrie“
Vortrag von Friederike Schmitz, Tierfabriken Widerstand (Seminarraum, Gängeviertel)

Di. 11.04. -19 Uhr
„Klimagerechtigkeit und Tierhaltung“
Vortrag mit Animal Climate Action (Seminarraum, Gängeviertel)

Di. 25.04. -19 Uhr
„Sojaanbau in Lateinamerika für Futtermittel in Europa“
Vortrag von Almudena Abascal, FIAN e.V. (Seminarraum, Gängevierel)

Fr. 28.04. – 15 Uhr
„Tank, Teller oder Trog – Eine alternative Hafenrundfahrt“
Mit Maike Strietholt, Agrar Koordination e.V. (Anleger Vorsetzen, nähe U-Bhf. Baumwall). Mit Anmeldung (hier), um einen Kostenbeitrag von 5 Euro wird gebeten.